Vatikan erklärt globaler Ungerechtigkeit den totalen Krieg

Die Verantwortlichen der römisch-katholischen Kirche denken radikal um. Im Kampf für eine bessere Welt soll ein Großteil des heiligen Vermögens geopfert werden und Transparenz Einzug halten.

Wie einer aktuellen Presserklärung des Vatikans zu entnehmen ist, möchte die römisch-katholische Kirche künftig »mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dem durch Armut, Kriege und Umweltkatastrophen verursachten Leiden in der Welt mit aller Vehemenz entgegentreten und die Ursachen dafür bekämpfen«. Um die neuen Richtlinien umzusetzen, stellt man Bedürftigen weltweit etwa sämtliche Kircheneinrichtungen zur Verfügung, betreibt ab sofort rigorose Entwicklungs- sowie Aufklärungsarbeit und lebt einen drastisch bescheidenen Lebensstil durch die Mitglieder der römisch-katholischen Kirche, bis hin zur Person des Papstes, vor, so ein Kirchensprecher in Rom.

Gnadenlos rücksichtslos

Das Gebot der Nächstenliebe soll in Zukunft rücksichtslos praktiziert werden. Außerdem plane der Vatikan einen erheblichen Teil seines Vermögens für Projekte gegen Ausbeutung und Sklaverei sowie für kostenlose medizinische Grundversorgung und den Bau von Häusern und Schulen in den ärmsten Regionen der Welt zu opfern. Konkrete Pläne und Anweisungen würden bereits ausgearbeitet sowie an die Kirchen der Welt weitergeleitet. Auch der Klingelbeutel soll aus den heiligen Hallen verschwinden.

Ganz oben auf der Agenda steht außerdem der schonungslose Kampf gegen Pädophilie, die man intern künftig mit Peitschenhieben zu bestrafen gedenkt. Zunächst müsse aber noch geprüft werden, ob es sich für die Sünder dabei auch um eine Strafe handelt, so ein Kirchenmitglied.

Frischer Wind

Konkret wird Menschen, die an die Türen und Tore römisch-katholischer Einrichtungen klopfen und Schutz benötigen, gleich, welcher Religion, Nationalität oder Hautfarbe, ohne Gegenleistung eine Unterkunft und Verpflegung gewährt. So sind Hilfesuchende, ob Armuts- oder Kriegsflüchtlinge, Opfer von Naturkatastrophen oder häuslicher Gewalt, aber auch Obdachlose und Verfolgte, überall dort auf Einrichtungen im Besitz der Kirche zu verteilen, wo kein Sozialstaat existiert, dieser versagt oder die Gesellschaft wegsieht, wie es in der dringlichen Weisung der obersten Katholiken heißt.

Besondere Erwähnung findet das Bistum Limburg in der Mitteilung des Vatikans. Die Residenz des Limburger Bischofs wurde vor mehreren Jahren für viel Geld und mit allem erdenklichen Luxus aus- und für gute Zwecke anschließend wieder rück- und umgebaut. Die Diözese in der Kirchenprovinz Köln wird dabei besonders in die Pflicht genommen, sich verstärkt um das Wohl in Deutschland gelandeter Flüchtlinge und Benachteiligter zu kümmern und als spartanisch betriebene Einrichtung vorbildliche Arbeit im Geiste konsequenter Selbstlosigkeit vorzuleben.

Wasser statt Wein

Da man in den heiligen Räumen künftig gänzlich auf Glanz und Gloria verzichten und mit gutem Beispiel vorangehen möchte, wurden die roten Schuhe des Papstes bereits für einen guten Zweck zur Versteigerung an ein renommiertes Auktionshaus in Rom übergeben.

Auch die Vatikanbank – über das Vermögen der römisch-katholischen Kirche ist bisher nicht viel bekannt, der Vatikan gilt jedoch als eine der reichsten und geheimsten Organisationen der Welt – soll im Zuge der Neuausrichtung total auseinandergenommen und zu einer dem Gemeinwohl verpflichteten Institution umstrukturiert werden. Ebenso seien dunkle Strukturen sowie die Verbindungen zur Mafia »ein für alle Mal« zu zerschlagen.

Mit geballter Faust

An die rund 1,2 Milliarden Mitglieder der römisch-katholischen Kirche appelliert man, sich im Alltag künftig aktiver gegen Armut, Kriegstreiberei und Profitgier einzusetzen, anstatt sich gegeneinander aufhetzen zu lassen. Der wahre Feind der Menschen sei die Armut und jene, die an ihrem Fortbestand interessiert wären, um davon zu profitieren. So solle doch »ein jedes Kirchenmitglied auch einen Beitrag für eine bessere Welt leisten«, wie der Papst mit geballter Faust den neuen Kurs ankündigte.

Der Vatikan, Hauptsitz der größten Kirche des Christentums, fordert in seiner Botschaft auch alle anderen Religionsgemeinschaften auf, seinem Beispiel zu folgen und globaler Ungerechtigkeit und Armut solange den totalen Krieg zu erklären, bis diese vollständig ausgemerzt sei.

Im besonders christlich geprägten Bayern wurde die Nachricht aus Rom mit Begeisterung aufgenommen. Schon der CSU-Mitbegründer Josef Müller machte die Ausrichtung einst deutlich: »Links die Mutter Gottes, rechts König Ludwig II. und in der Mitte das Kruzifix.« Und Franz Josef Strauß wusste ganz genau: »Die Halbwahrheit ist des Teufels, die ganze Wahrheit ist von Gott.«