Sprechverbot wird auf Privathaushalte ausgedehnt

Nachdem die Schweigepflicht im öffentlichen EU-Raum zur neuen Normalität gehört, wird das rigorose Sprechverbot in Deutschland auch auf Privathaushalte ausgedehnt. Vorerst in der Zeit von 21 Uhr bis 6 Uhr. Begründet wird der sogenannte Maulkorbbeschluss mit dem Kampf gegen Corona und neue Pandemien, die in Zukunft regelmäßig auftreten. Eine Vorreiterrolle in Sachen öffentlicher Redeverbote nahm die Lokalregierung der spanischen Insel Mallorca in der Corona-Pandemie ein, indem das Sprechen in Bussen und Bahnen untersagt wurde.

Von der neuen Richtlinie werden lediglich Personen ausgenommen, »die sich rund um die Uhr für das Gemeinwohl und die Wirtschaft einsetzen«, so Kanzlerin Angela Merkel. Konkret wären das etwa Politiker, Beamte sowie Führungs- oder Rettungskräfte. Ansonsten gilt der Maulkorberlass »für alle gleichermaßen«. Weitere Ausnahmen gibt es dagegen für Bürger, die Verstöße der Nachbarn gegen das Sprechverbot über die SAP-App »Pssst« melden.

Auf Sprechen, Singen oder Lachen könne und müsse man zum Schutz der allgemeinen Gesundheit verzichten. Kommunikation ist in der verbotenen Zeit auf schriftliche Mitteilungen zu reduzieren. Man hätte aber auch darauf zu achten, dass Stifte, Tablets oder andere Geräte mit Schreibfunktion nach und vor dem Gebrauch ausreichend desinfiziert werden, wie es in den neuen Hygiene-Richtlinien für zu Hause heißt. Mit der neuen Regelung soll die Verbreitung von Aerosolen in Privatwohnungen, einem Hochrisikogebiet, unterbunden werden. Schon das Ausatmen würde für andere Menschen eine Gefahr darstellen.

Nachdem das allgemeine Sprechverbot im öffentlichen Raum zur Eindämmung von Coronaviren bisher nicht den gewünschten Erfolg von ZeroCovid brachte, geht die Bundesregierung einen Schritt weiter. Man rechnet damit, dass andere Länder dem Beispiel folgen. »Wir müssen die Pandemie mit allen Mitteln bekämpfen, dafür haben wir alle große Opfer zu bringen«, so Merkel.

Nachtrag: https://de.rt.com/international/121073-gesundheitsbeamtin-fordert-australier-auf-nicht/