Radikale Besinnung im Vatikan

Die Verantwortlichen der römisch-katholischen Kirche denken neu. Um Not und Armut in der Welt zu bekämpfen, soll ein Großteil des heiligen Vermögens geopfert werden. [Wörter: 486]

Die Verantwortlichen der römisch-katholischen Kirche denken neu. Um Not und Armut in der Welt zu bekämpfen, soll ein Großteil des heiligen Vermögens geopfert werden.
In einer aktuellen Mitteilung aus Rom heißt es, dass der Vatikan künftig »mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln und voller Entschlossenheit das menschliche Leid, verursacht durch Kriege, Umweltkatastrophen und Armut, lindern und dessen Ursachen bekämpfen« möchte. Dafür werden ab sofort Einrichtungen bereitgestellt, Entwicklungs- sowie Aufklärungsarbeit betrieben und ein radikal bescheidener Lebensstil durch die Mitglieder der römisch-katholischen Kirche, bis hin zum Papst, vorgelebt, wie ein Pressesprecher des Vatikans sagte.
Man möchte gegenüber allen Menschen in Zukunft auch das Gebot der Nächstenliebe konsequenter praktizieren und stärker in den Fokus der christlichen Gemeinschaft rücken. Außerdem plant der Vatikan einen erheblichen Teil seines weltweiten Kirchenvermögens gezielt für »Projekte gegen Krieg, Armut und Umweltzerstörung einzusetzen und der Allgemeinheit zu Verfügung zu stellen«, wie auf mehrmaliges Nachfragen von Journalisten bestätigt wurde. Konkrete Pläne würden bereits ausgearbeitet.
Durchgehend offene Türen
Menschen, die an die Türe und Tore römisch-katholischer Einrichtungen klopfen und um Hilfe ersuchen, gleich welcher Religion, Nationalität oder Hautfarbe, wird künftig bedingungslos Obdach und Verpflegung gewährt. Nach Katastrophen sollen Hilfsbedürftige etwa möglichst gleichmäßig auf alle in der Umgebung zur Verfügung stehenden Einrichtungen verteilt werden, so eine der neuen Weisungen der obersten Katholiken.
Pikant auch: In der Mitteilung des Vatikans fand das Bistum Limburg explizite Erwähnung. Die Residenz des Limburger Bischofs wurde vor einigen Jahren für mehrere Millionen Euro und mit allem erdenklichen Luxus ausgebaut. Die Diözese in der Kirchenprovinz Köln wird dabei besonders in die Pflicht genommen, sich ab sofort verstärkt um das Wohl in Deutschland gelandeter Flüchtlinge zu kümmern und möglichst viele von ihnen aufzunehmen.
Wasser ersetzt Wein und Transparenz das Hinterzimmer
Da man in den heiligen Räumen künftig gänzlich auf Glanz und Gloria verzichten möchte und, »um mit gutem Beispiel voranzugehen«, so ein Vertreter des Papstes, wurden in einem ersten symbolischen Akt bereits die roten Schuhe des Kirchenoberhauptes für einen guten Zweck zur Versteigerung an ein renommiertes Auktionshaus in Rom übergeben.
Auch soll die Vatikanbank im Zuge der Neuausrichtung zu einem komplett transparenten und dem Gemeinwohl verpflichteten Institut umstrukturiert werden. Über das Vermögen der römisch-katholischen Kirche ist bisher allerdings nicht viel bekannt. Der Vatikan gilt jedoch als eine der reichsten Organisationen der Welt.
Appell zum gemeinsamen Kampf gegen die Armut
Der Vatikan, Hauptsitz der größten Kirche des Christentums, fordert in seiner Botschaft auch alle anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften auf, sich entschieden gegen sämtliche Fluchtursachen einzusetzen und dem Beispiel zu folgen.
An die weltweit rund 1,2 Milliarden Mitglieder der römisch-katholischen Kirche appelliert man, sich im Alltag gemeinsam aktiver gegen Armut, Kriegshetze und Profitgier einzusetzen und sich nicht weiter gegeneinander aufhetzen zu lassen. Denn der wahre Feind sei die Armut und jene, die an ihrem Fortbestand interessiert wären, um davon zu profitieren. So soll »jeder einen, wenn auch noch so kleinen, Beitrag für eine bessere Welt leisten«, wie der Sprecher des Vatikans abschließend betonte.
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