Quarantäneverbrecher an die nächste Wand gestellt

Nicht nur die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sie kriminalisiert und zum Kampf gegen sie aufgerufen: Quarantäneverbrecher, Maskenverweigerer und Corona-Leugner. Zahlreiche Regierungschefs wie Emmanuel Macron in Frankreich, Sebastian Kurz in Österreich, Boris Johnson in Großbritannien oder Joe Biden in den USA standen ihr dabei in nichts nach. Nun wurde mit den ersten Gesundheitsverbrechern in Bayern kurzer Prozess gemacht.

Mehrfache Hinweise und Androhungen haben nichts gebracht und nun »haben sie ihr Recht auf Leben verwirkt«, da sie mit ihrem Verhalten eine unkalkulierbare Gefahr für die Allgemeinheit dargestellt hätten, kommentierte Markus Söder das Urteil eines eiligst einberufenen Verfahrens gegen sogenannte Quarantäneverbrecher. Die Betroffenen wären schließlich selbst schuld, »dass es so kam, wie es kam«, so Söder aus Nürnberg. Eine Gruppe von 21 auf das Coronavirus positiv getesteter Personen wurde unter strenger Bewachung der Polizei für vier Wochen in ein Quarantänelager in München eingeliefert. Aus reinen Sicherheitsgründen habe man die Quarantänedauer dabei auf einen Monat ausgedehnt. Nach nur wenigen Tagen gelang einem Geschwisterpaar allerdings die Flucht. Die beiden, ein junger Mann und seine Schwester, wurden kurz darauf von Nachbarn bei der Polizei gemeldet. Sie wollten unbedingt zurück zu ihren Familien, so die Ausrede der beiden. Doch genau das sei ja so infam und würde sie »zu kleinen Superspreadern und einer Gefahr für die Allgemeinheit machen«, so der wütende Richter.

In der Urteilsbegründung hieß es, dass man nun vom letzten Mittel des Rechtsstaates auch Gebrauch machen müsse, um das Leben unzähliger unschuldiger Menschen zu schützen, denn die Angeklagten hätten bewiesen, dass sie sich weder an Hygieneregeln noch an die Quarantäne halten und nicht einmal vor so kriminellen Aktionen wie einem Ausbruch zurückschrecken. Aus diesem Grund wären die Angeklagten unbelehrbar, weshalb von ihnen eine permanente Gefahr für die Gesellschaft ausgeht. Mit dem Urteil möchte das Gericht auch Nachahmer warnen, die Quarantäneregeln zu brechen. Quarantäne sei kein Spiel, sondern bitterer Ernst. Die Verurteilten wurden im Innenhof der Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim umgehend an die nächstbeste Wand gestellt. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann soll einer Spezialeinheit der Polizei dabei persönlich den Befehl »Feuer frei zum Wohle der Gesundheit« erteilt haben.