Olympias Startschuss für Korea

Vertreter aus Nord und Süd haben sich auf eine Wiedervereinigung Koreas geeinigt. Dem Schritt gingen erste Annäherungen während der letzten Winterspiele in Südkorea voraus.

Nachdem in der Grenzsiedlung Panmunjeom, einem militärischen Areal in der demilitarisierten Zone an der innerkoreansichen Grenze, während der Olympischen Spiele in Pyeongchang bei zwischenstaatlichen Gesprächen die Weichen für verbesserte Beziehungen der beiden Landesteile angestoßen wurden, folgte in weiteren Verhandlungen nun der Durchbruch. Man verständigte sich auf einen Fahrplan zur nationalen Einheit. Dies gaben Vertreter beider Seiten in einer gemeinsamen Abschlusserklärung bekannt.

Die ersten Gespräche in Panmunjeom wurden nach überraschenden Entspannungssignalen des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un vereinbart. Kim erklärte am Neujahrstag, eine Abordnung zu den Winterspielen in Südkorea zu entsenden und köpfte zur Feier des Tages vor laufenden Kameras gekonnt eine Flasche Champagner. »Das mache ich ja nicht zum ersten Mal«, so Kim damals vor nicht schlecht staunenden Reportern.

Friede, Freude, Käsekuchen

Wie weiter mitgeteilt wurde, einigte sich die Vertreter aus Nord und Süd darauf, sämtliches ausländisches Militär in einer zeitlich festgesetzten Übergangsphase aus allen Teilen Koreas abzuziehen, die Grenzen zunächst zu öffnen und in einem weiteren Schritt vollständig aufzulösen sowie niederzureißen. Für beide Seiten stand schon zu Beginn der Gespräche fest, dass die Einheit des Landes nur durch einen direkten Dialog zwischen den beiden Landesteilen und ohne äußere Einmischung zum Erfolg führen kann.

Der Prozess soll bis zur vollständigen Wiedervereinigung von den Vereinten Nationen begleitet, jedoch ohne Einflussnahme einzelner Staaten, besonders ohne Einflussnahme der USA und Chinas, vollzogen werden.

Gesamtkoreanische Wahlen unter Beteiligung aller Parteien werden innerhalb eines Jahres stattfinden, wobei dem nördlichen sowie dem südlichen Teil in der Folge noch gewisse Sonder- und Autonomierechte eingeräumt werden. Bis zu den ersten gemeinsamen Wahlen sind die Amtsgeschäfte der beiden Landesteile aber noch von den jeweiligen Regierungen, in Bezug auf Gesamtkorea jedoch in gegenseitiger Absprache, zu führen. Auch die Streitkräfte möchte man zügig zusammenführen. Bei internationalen Veranstaltungen tritt Korea ab sofort nur noch unter einer gesamtkoreanischen Flagge und mit vereinten Teams an.

Kim und der südkoreanische Staatschef Moon Jae In verzichten auf eine Teilnahme bei den ersten gemeinsamen Wahlen. So will Kim in Zukunft lediglich eine Rolle im Hintergrund seiner Partei spielen und sich verstärkt dem Basketballsport widmen. »Nachdem unser großes Ziel erreicht ist, bricht jetzt ein neues Kapitel an. Vielleicht werde ich in den USA ein Basketballteam managen«, orakelt Kim, der beim letzten Gipfeltreffen zwischen Hummer und Champagner mit US-Präsident Donald Trump erste Gespräche über die Gründung eines Basketballteams Trump-Kim in den

USA führte. Aber auch eine Rückkehr in die Schweiz scheint nicht ausgeschlossenen. »Ich liebe Rösti und Greyerzer Käsekuchen«, so ein kugelrunder Kim, der jüngst noch ein Angebot Trumps, Nordkorea aufzukaufen, ablehnte.

Zustimmung und Siegestaumel

Die Teilung des Landes entstand, wie auch die ehemalige Spaltung Deutschlands, infolge des Zweiten Weltkriegs. Bis Kriegsende war Korea eine Provinz unter japanischer Besatzung. Die Siegermächte teilten das Gebiet später in einen nördlichen und einen südlichen Teil auf. Bis kurz vor den Winterspielen in Pyeongchang herrschte noch eine rund zweijährige Eiszeit zwischen den beiden koreanischen Seiten.

In Süd- wie auch in Nordkorea feierten die Menschen den historischen Erfolg hemmungslos. An den Grenzübergängen sollen sich Staatsdiener in die Arme gefallen sein, wobei es teilweise sogar zu regelrechten Soju-Sauforgien gekommen sein soll. Doch auch International begrüßt man die Entscheidung. Zahlreiche Gratulationen von diversen Regierungschefs wurden an beide Seiten übermittelt und vielfach Unterstützung im Wiedervereinigungsprozess angeboten. Sogar die bayerische Landesregierung übermittelte ihre Glückwünsche mit der Sendung je eines prall gefüllten Weißbierfasses nach Pjöngjang und Seoul.