Olympia gab den Startschuss für Koreas Einheit

Vertreter aus Nord und Süd haben sich bei Verhandlungen auf eine friedliche Wiedervereinigung Koreas geeinigt. Dem Schritt gingen erste Annäherungen während der XXIII. Winterspiele in Südkorea voraus.

Nachdem in der Grenzsiedlung Panmunjeom, einem militärischen Areal in der demilitarisierten Zone an der innerkoreansichen Grenze, während der Olympischen Spiele in Pyeongchang bei zwischenstaatlichen Gesprächen die Weichen für verbesserte Beziehungen der beiden Landesteile angestoßen wurden, folgte in weiteren Verhandlungen nun der Durchbruch. Man verständigte sich auf einen Fahrplan zur nationalen Einheit. Dies gaben Vertreter beider Seiten in einer gemeinsamen Abschlusserklärung bekannt.

Die ersten Gespräche in Panmunjeom wurden nach überraschenden Entspannungssignalen des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un vereinbart. Kim erklärte am Neujahrstag, eine Abordnung zu den Winterspielen in Südkorea zu entsenden.

Souveräne Koreaner

Wie mitgeteilt wurde, einigte man sich bei den Treffen darauf, dass sämtliches ausländisches Militär während einer Übergangsphase aus allen Teilen Koreas vollständig abzuziehen ist und die Grenzen zunächst geöffnet sowie in einem weiteren Schritt aufgelöst werden sollen. Für das Ende des kommenden Jahres wurden gesamtkoreanische Wahlen unter Beteiligung aller Parteien angesetzt, wobei dem nördlichen sowie dem südlichen Teil noch gewisse Sonder- und Autonomierechte eingeräumt werden. Für beide Seiten stand bereits vor Beginn der Gespräche fest, dass die Einheit des Landes nur durch einen direkten Dialog zwischen Nord und Süd und ohne äußere Einmischung gewünscht und zu bewerkstelligen ist.

Bis zu den gesamtkoreanischen Abstimmungen werden die Amtsgeschäfte der beiden Landesteile von den jeweiligen Regierungen und in Bezug auf Gesamtkorea in Absprache geführt. Auch die Streitkräfte beider Seiten werden schrittweise zusammengeführt. Bei internationalen Veranstaltungen möchte man ab sofort unter einer koreanischen Flagge und mit vereinten Teams antreten, wie es weiter heißt. Ob sich die bisherigen Regierungschefs auch bei den ersten gemeinsamen Wahlen stellen werden, ist allerdings noch offen.

Internationale Zustimmung

Der komplette Prozess bis zur vollständigen Wiedervereinigung soll zwar von den Vereinten Nationen begleitet, jedoch ohne Einflussnahme einzelner Staaten, besonders unter Ausschluss der USA und Chinas, vollzogen werden.

Die Teilung Koreas entstand, wie auch die ehemalige Spaltung Deutschlands, infolge des Zweiten Weltkriegs. Bis Kriegsende war Korea eine Provinz unter japanischer Besatzung. Die Siegermächte teilten das Land später in einen nördlichen und einen südlichen Teil auf.

In Süd- wie auch in Nordkorea wurden die politischen Vertreter für ihren historischen Erfolg gefeiert. International wurde die Entscheidung ebenso positiv aufgenommen und breite Unterstützung zugesagt. Bis kurz vor den Winterspielen in Pyeongchang herrschte noch eine rund zweijährige Eiszeit zwischen den beiden koreanischen Seiten.

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