Ohne freiwillige Boosterrunden geht nicht mehr viel bis gar nichts

Um am öffentlichen Leben weiterhin teilnehmen zu können, müssen regelmäßige Auffrischungsimpfungen gegen Corona nachgewiesen werden. Und zwar alle sechs Monate. Die Vorgabe stammt von der WHO und wurde auf Empfehlung der Impfallianz Gavi ausgesprochen.

Wer eine Gastronomie, einen Klub, ein Kino, ein Theater, ein Konzert, ein Volksfest, eine Messe oder eine Bank, einen Einzelhandels- und Lebensmittelladen betreten möchte, kann das nur noch mit dem Nachweis, dass der letzte Corona-Booster nicht länger als ein halbes Jahr zurückliegt. Gleiches gilt für Sport- oder Firmenveranstaltungen, für Vereine, bei Onlinebuchungen, zum Betreten eines Flughafens oder Bahnhofs, des Arbeitsplatzes, von Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen, für Behörden und auf Ämtern, auch um staatliche Sozialleistungen zu erhalten oder für die Teilnahme bei Wahlen oder Volksbegehren sowie für Grenzübertritte in der Europäischen Union und in zahlreichen weiteren Ländern.

Die WHO drängte die internationale Gemeinschaft zu diesem Schritt, weil sämtliche Maßnahmen, das Corona-Virus zurückzudrängen oder gar komplett auszulöschen, wirkungslos blieben. Da die Menschheit noch länger mit den vor über einem halben Jahrhundert entdeckten Corona-Viren leben muss, sei maximaler Boosterdruck nötig, um den »Sumpf trocken zu legen«, so WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Ausnahmen von der Nachweispflicht im öffentlichen und privaten, ob im analogen oder virtuellen Raum könnten nur noch gemacht werden, wenn es sich um den Zutritt oder Zugriff auf Privatbesitz, etwa von Flugzeugen, Jachten, Aktien oder sonstigem Vermögen handelt. Ghebreyesus betonte dabei, dass die WHO-Vorgabe für die 194 Mitgliedsländer der Organisation zwar den Bewegungsspielraum der Menschen reduziert, aber ausdrücklich kein Boosterzwang bestünde, da man in einer freien Gesellschaft niemanden mit einer generellen Pflicht zu regelmäßigen Auffrischungsimpfungen zwingen möchte. Anderseits, so Ghebreyesus, müsse man dann eben auch mit den Konsequenzen rechnen, sollte man sich gegen die regelmäßigen Boosterrunden entscheiden und sich mit seinem Körper nicht dem Wohl des Volkskörpers unterwerfen wollen.