Neuer Weltklimavertrag vereinbart

Auf der letzten Weltklimakonferenz einigten sich alle Teilnehmer auf einen neuen Klimavertrag. Ausschlaggebend dafür war auch das geschlossene Auftreten der Schwellen- und Entwicklungsländer. [Wörter: 662]

Auf der letzten Weltklimakonferenz einigten sich alle Teilnehmer auf einen neuen Klimavertrag. Ausschlaggebend dafür war auch das geschlossene Auftreten der Schwellen- und Entwicklungsländer.
Es war nicht einfach, aber es ist geschafft. Alle Staaten, einschließlich der USA, haben einem neu ausgehandelten Abkommen mit verbindlichen Klimazielen für alle Mitgliedsstaaten der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen, UN, zugestimmt. Der neue Vertrag basiert auf dem Klimavertrag von Paris. Dies gaben UN-Vertreter nach dem Ende der diesjährigen Verhandlungen bekannt.
Fünf vor zwölf
Wie die UN bereits ein Jahr nach dem Klimaabkommen im Dezember 2015 von Paris mahnte, sei das Ziel, die weltweite Erderwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts auf unter zwei Grad zu begrenzen, bereits kaum noch zu erreichen. Dafür müsste der für 2030 erwartete Ausstoß von Treibhausgasen um rund ein Viertel reduziert werden.
Um neuen Tragödien in Form von Hunger, Krankheiten oder Konflikten als Folge der globalen Klimaerwärmung sowie weiteren teuren und meist wirkungslosen Klimakonferenzen vorzubeugen, machte man beim diesjährigen Gipfel, für den eigens ein klimaneutrales Konferenzareal zur Ausrichtung künftiger Treffen errichtet wurde, Nägel mit Köpfen.
Mit vereinten Kräften
Mit größtmöglichem Einsatz, wie dem neuen Klimavertrag zu entnehmen ist, geht man ab sofort gemeinsam und entschlossen gegen die globalen Treibhausemissionen, der Quelle für die Klimaerwärmung, vor. Dieser Kampf sei eine der größten Herausforderungen unsere Zeit. Dabei werden nicht nur Regierungen, sondern auch die Wissenschaft, Unternehmen und die Zivilgesellschaft gefordert, wie es in der Präambel des Vertrags heißt.
Konkret wurden etwa internationale Sanktionen und Strafen gegen Staaten vereinbart, die sich, wie jüngst die USA unter Präsident Donald Trump, nicht mehr an vereinbarte Ziele halten wollen, was die Vertreter der US-Regierung auf der diesjährigen Konferenz allerdings zu einer Ratifizierung des neuen Klimavertrags bewegen konnte.
Einheitsfront von unten
Besonders das geschlossene und energische Auftreten der Schwellen- und Entwicklungsländer sorgte diesmal dafür, dass die Entwicklungsländer in Zukunft auch mehr finanzielle Unterstützung bei der Bewältigung der teils schon unvermeidlichen Folgen der globalen Erwärmung, wie bei Dürren, Stürmen, Sturmfluten oder dem Abschmelzen der Polarkappen, erhalten. Die ärmeren Staaten können nach dem Vertrag künftig sogar Hilfen für Klimaschäden einklagen.
Der Hilfsorganisation Oxfam zufolge, waren im Jahr 2016 weltweit etwa rund 24 Millionen Menschen, meist aus ärmeren Ländern, Umweltflüchtlinge. Alleine zwischen 1997 und 2016 sollen weltweit mehr als eine halbe Million Menschen in direkter Folge von über 11.000 Extremwetterereignissen um ihr Leben gekommen sein, wobei Schäden von mehreren Billionen US-Dollar entstanden.
Keine Kompromisse mehr
Auch werden die reichen Nationen künftig stärker in die Pflicht genommen, Treibhausgase zu vermindern. So wird die Energiegewinnung aus erneuerbaren Energien in den Industrienationen verstärkt und dem Neubau von Kohlekraftwerken eine Absage erteilt. Mit einer vereinbarten Staffelung, zunächst für Industrie-, dann für Schwellen- und Entwicklungsländer, wurde unter anderem der Ausstieg aus der Kohleverstromung beschlossen.
Um die globale Erwärmung zu kontrollieren, wurde das ursprünglich von 48 Ländern, die besonders von der Erderwärmung betroffen sind, vereinbarte Ziel, die Energieversorgung bis spätestens 2050 komplett auf erneuerbare Energien umzustellen und CO2-frei zu machen, gemäß des Klimavertrags von allen Staaten verpflichtend übernommen.
Masterplan
Zur praktischen Umsetzung, für Kontroll- und Vergleichsmechanismen zur Einhaltung der Vorgaben wurde ein entsprechender Plan ausgearbeitet und verabschiedet. Dabei ist auch die Reduktion des Erdgas- und Erdölverbrauchs, etwa durch den Einsatz und die Erforschung alternativer Antriebe für Schiffe, Flug- und Fahrzeuge sowie durch mögliche Verbote entsprechender Produkte wie Plastiktüten oder neuer Wege beim Bau von Häusern enthalten. Die Abholzung und die Massentierhaltung sollen ebenfalls deutlich abnehmen, wie der Zusammenfassung des Vertrags zu entnehmen ist. Grundsätzlich sei der enorme Energieverbrauch deutlich zu reduzieren und Strom wesentlich effektiver zu nutzen.
Nach dem neuen Weltklimavertrag haben Verursacher von Umweltschäden ferner sämtliche Folgekosten zu tragen, wobei die Möglichkeit, Staaten für Umwelt- und Klimaschutzgesetze zu verklagen, ausgeschlossen wurde. Bemerkenswert ist auch die Gründung eines Forums zum ständigen Austausch mit indigenen Gruppen im Kampf gegen die Klimaerwärmung, wie bei der Abschlusserklärung des Klimagipfels mitgeteilt wurde.
Insgesamt, so der Schlusssatz in der Präambel, davon geht man fest davon aus, dass durch den neuen Klimaweltvertrag auch die weltweite Armut sowie die Zahl globaler Kriege und Konflikte abnehmen werden.
 
 
 
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