Na endlich – neuer Weltklimavertrag vereinbart

Auf der letzten Weltklimakonferenz einigten sich alle Teilnehmer auf einen neuen globalen Klimavertrag. Ausschlaggebend war das geschlossene Auftreten der Schwellen- und Entwicklungsländer.

Es waren zähe Verhandlungen, doch letztlich haben sich alle UN-Mitgliedsstaaten, einschließlich der USA, einem neuen Abkommen mit verbindlichen Klimazielen angeschlossen. Der Vertrag basiert auf den Vereinbarungen von Paris.

Hunter Hurricane, Chefunterhändler der US-Delegation, bestätigte, Weisung von US-Präsident Donald Trump erhalten zu haben, keinen neuen Sand bei den Verhandlungen aufzuwirbeln. Die Frau von Trump, Melinda, hätte den Klimawandel in Form von Turbulenzen und starken Winden auf Reisen mit der Air-Force-One, auch beim Aussteigen vor Pressevertretern, mehrmals unvorteilhaft miterleben müssen, wie Trump über den Kurznachrichtendienst Vöglein ins Netz vögelte.

Fünf vor zwölf

Wie die UN bereits ein Jahr nach dem Klimaabkommen von Paris mahnte, sei das Ziel, die weltweite Erderwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts auf unter zwei Grad zu begrenzen, bereits kaum noch zu erreichen. Dafür müsste der für 2030 erwartete Ausstoß von Treibhausgasen um rund ein Viertel reduziert werden. Damit man neuen Tragödien in Form von Hunger, Krankheiten oder Konflikten als Folge der globalen Klimaerwärmung sowie weiteren teuren und wirkungslosen Konferenzen vorbeugt, machte man diesmal Nägel mit Köpfen.

Mit großem Einsatz geht man ab sofort gemeinsam und entschlossen gegen die globalen Treibhausemissionen – ursächlich für die wohl über das natürliche Maß hinausgehende Klimaerwärmung – vor. Dieser Kampf sei eine der wichtigsten Herausforderungen unsere Zeit. Dabei werden nicht nur Regierungen, sondern auch die Wissenschaft, Unternehmen und die Zivilgesellschaft gefordert, wie es im Vertrag heißt. Gegen Staaten, die sich nicht mehr an vereinbarte Ziele halten wollen, wurden Strafzahlungen beschlossen.

Als eine der akkutesten und wesentlichsten Gefahren für die Umwelt und das Klima wurden diesmal auch das Wirtschaftssystem mit seinen global agierenden Konzernen und Kriege benannt. So machte US-Präsident Trump das Pentagon mit seinem riesigen Militärapparat als einen der größten Umweltverursacher aus, da Kriege heute schon viele Menschen töten und die Umwelt zerstören würden, so Trump.

Unterstützung bekam Trump auch aus Bayern. »Wer Klimaschutz ernst nimmt, weiß: Wir sind weiter auf Kernkraft angewiesen«, so etwa Ministerpräsident Markus Söder von der CSU.

Einheitsfront von unten

Doch besonders das geschlossene Auftreten der Vertreter aus den Schwellen- und Entwicklungsländern sorgte beim Gipfel für einen Durchbruch. Eben jene Länder forderten vehement mehr finanzielle Unterstützung bei der Bewältigung der teils schon unvermeidlichen Folgen der globalen Erwärmung, wie bei Dürren, Stürmen, Sturmfluten oder dem Abschmelzen der Polarkappen. Nach dem neuen Klimavertrag können betroffene Staaten künftig Hilfen und Entschädigungen für Klimaschäden von den größten Umweltsündern einklagen.

Der Hilfsorganisation Oxfam zufolge, waren im Jahr 2016 weltweit etwa rund 24 Millionen Menschen, meist aus ärmeren Ländern, Umweltflüchtlinge. Alleine zwischen den Jahren 1997 und 2016 sollen weltweit mehr als eine halbe Million Menschen in direkter Folge von über 11.000 Extremwetterereignissen ums Leben gekommen sein, wobei Schäden von mehreren Billionen US-Dollar entstanden.

Keine faulen Kompromisse mehr

Auch werden die reicheren Nationen künftig stärker in die Pflicht genommen, Treibhausgase zu vermindern. So wird die Energiegewinnung aus erneuerbaren Energien in den Industrienationen verstärkt und dem Neubau von Kohlekraftwerken eine Absage erteilt. Mit einer vereinbarten Staffelung, zunächst für Industrie-, dann für Schwellen- und Entwicklungsländer, wurde unter anderem der Ausstieg aus der Kohleverstromung beschlossen. Um die globale Erwärmung zu kontrollieren, wurde das ursprünglich von 48 Ländern, die besonders von der Erderwärmung betroffen sind, vereinbarte Ziel, die Energieversorgung bis spätestens 2050 komplett auf erneuerbare Energien umzustellen und CO2-frei zu machen, gemäß des Klimavertrags von allen Staaten verpflichtend übernommen.

»Masterplan for a great weather«

Zur praktischen Umsetzung, für Kontroll- und Vergleichsmechanismen zur Einhaltung der Vorgaben wurde ein entsprechender Plan ausgearbeitet und verabschiedet. Dabei ist die Reduktion des Erdgas- und Erdölverbrauchs, etwa durch den Einsatz und die Erforschung alternativer Antriebe für Schiffe, Flug- und Fahrzeuge sowie durch mögliche Verbote entsprechender Produkte wie Plastiktüten oder neuer Wege beim Bau von Häusern enthalten. Die Abholzung und die Massentierhaltung sollen ebenfalls deutlich abnehmen. Außerdem will man sich vom Dogma des Wachstumswahns verabschieden.

Grundsätzlich sei der enorme Energieverbrauch stark zu reduzieren und Strom wesentlich effektiver zu nutzen. Auch haben die Verursacher von Umweltschäden sämtliche Folgekosten zu tragen, wobei die Möglichkeit, Staaten für Umwelt- und Klimaschutzgesetze zu verklagen, ausgeschlossen wurde. Bemerkenswert ist auch die Gründung eines Forums zum ständigen Austausch mit indigenen Gruppen im Kampf gegen die Klimaerwärmung.

Insgesamt geht man fest davon aus, dass durch den neuen Vertrag auch die weltweite Armut sowie die Anzahl globaler Kriege und Konflikte abnehmen wird. Und auch Donald Trump vögelte kurz nach dem Gipfel voller Freude und Zuversicht: »Now we make the weather great again.«