Mehr Mitsprache statt Börsenberichten

Hinweis: Es handelt sich hierbei bedauerlicherweise noch um eine echte Falschmeldung!

Nach Protesten werden Börsenberichte aus den Nachrichtensendungen der Öffentlich-Rechtlichen genommen. Dafür soll mehr aufgeklärt und mitbestimmt werden. … (Wörter: 488)

Nach Protesten werden Börsenberichte aus den Nachrichtensendungen der Öffentlich-Rechtlichen genommen. Dafür soll mehr aufgeklärt und mitbestimmt werden.
In einer landesweit angelegten Unterschriftensammlung forderten Hunderttausende Unterzeichner, dass die Börsenberichterstattung künftig wesentlichen Informationen über die Gesellschaft weichen und bei der Nachrichtenauswahl mehr gesellschaftliche Mitsprache gewährleistet werden soll. Begleitet wurde die Initiative besonders von alternativen Medien und globalisierungskritischen Organisationen. Vor mehreren Landesrundfunkanstalten fanden Demonstrationen statt. Über das Internet wurde zudem aufgerufen, Gebührenzahlungen zu boykottieren, sollten die zentralen Anliegen nicht umgesetzt werden.
Wegen des zuletzt immer stärker werdenden Drucks erklärten sich die Verantwortlichen der Öffentlich-Rechtlichen nun bereit, ihr Programm entsprechend abzuändern und die Hauptforderungen der Initiatoren zu berücksichtigen, wie es in einer ersten Stellungnahme heißt.
Zum Wohl sehr weniger
Die regelmäßigen Börsenberichte würden einem »von der Öffentlichkeit zwangsweise finanzierten, aber keineswegs legitimierten und permanenten Werbeblocks der Finanzindustrie« entsprechen und wären in dieser Form Indoktrination. Aufgabe der Nachrichten sei es aber, die wichtigsten täglichen Meldungen auszuwählen. »Die Nachrichtengebung muss allgemein, unabhängig und objektiv sein«, wie die Organisatoren aus den Rundfunkgesetzen und –staatsverträgen zitierten.
Die tägliche Wiedergabe von Börsendaten zähle für den überwiegenden Teil der Bevölkerung nicht zu den wichtigsten Ereignissen. Außerdem würden durch die gezielte Auswahl bestimmter Nachrichten Stimmungen erzeugt, womit die Interessen einzelner berücksichtigt und gefördert würden, wie es weiter heißt.
Nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts waren letztes Jahr lediglich rund 13,1 Prozent der deutschen Bevölkerung am Aktienmarkt engagiert. Die Zahl der Aktienbesitzer betrug sogar nur 6,4 Prozent, Tendenz weiter abnehmend.
Als weitere Beispiele für die Missachtung der Programmrichtlinien wurde ein deutliches Versagen bei der Aufarbeitung und Erklärung der letzten Finanzkrise sowie eine voreingenommene Berichterstattung zu den jüngsten globalen Kriegen und Konflikten in den bekanntesten Nachrichtenformaten der Öffentlich-Rechtlichen erwähnt. Dabei wurde auf zahlreiche Programmbeschwerden verwiesen. Ursächlich hierfür wäre besonders die Verflechtung führender Medienvertreter mit interessengesteuerten Netzwerken sowie der Politik.
Aufklärung gegen Ablenkung
Konkret forderten die Initiatoren, dass Börsenberichte durch kritisch aufbereitete Informationen, etwa mit Zahlen zu den von Armut, Kriegen und Katastrophen bedrohten Menschen oder dem allgemeinen Zustand der Umwelt, auf lokaler und globaler Ebene sowie Ursachen dafür genannt werden sollten. Die Welt könne man nicht in wenigen Minuten erklären.
Anstatt Lottozahlen wiederzugeben, Belanglosigkeiten zu verbreiten oder Sport- und sonstige Unterhaltungsveranstaltungen zu dramatisieren und zu überhöhen, sollte in den Nachrichten vielmehr auf »Hintergründe, Zusammenhänge und Widersprüche über Ereignisse von tatsächlicher Bedeutung eingegangen werden, wofür, wenn nötig eben auch mehr Sendezeit zur Verfügung zu stellen sei.«
Mehr Mitsprache
Die Themenwahl der Nachrichten dürfe künftig nicht mehr nur einer Handvoll Personen unterliegen, sondern müsse unter Einbezug des Publikums entschieden und kontrolliert werden. Hierzu sei etwa eine regelmäßig rotierende Publikumskonferenz festzulegen und zu integrieren sowie mit entsprechenden Befugnissen auszustatten. Auch die Möglichkeiten des Internets könnten für mehr Transparenz und Mitsprache der Bürger bei der Gestaltung und Auswahl von Programminhalten beitragen.
Die Initiative erlangte weltweite Aufmerksamkeit und wurde in einigen Ländern bereits nachgeahmt. Besonders über soziale Netzwerke wurden die Anliegen für mehr Unabhängigkeit und Objektivität in staatlich geförderten Medien verbreitet und geteilt.
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