Längst überfällig: Die Weltsprache kommt

Die Vereinten Nationen haben sich für die Einführung einer weltweiten Plansprache entschieden. Der Beschluss ist für alle Mitglieder bindend.

Man stelle sich vor: Alle Menschen beherrschen eine gemeinsame Sprache und verstehen sich. Ob im tiefsten Sibirien, in Dörfern der afrikanischen Steppe oder im südamerikanischen Urwald, man kann sich mit jedem Bewohner verständigen und lesen, was im öffentlichen Raum ausgeschildert ist. Diese Vision wird Realität. Und das ganz ohne Krieg und Unterwerfung. Die Vereinten Nationen (UN) haben auf ihrer letzten Vollversammlung in New York die verbindliche Einführung einer konstruierten Weltsprache, auch Welthilfssprache genannt, verabschiedet.

Entwicklung einer neuen Sprache

In einer internationalen Sprachkommission sollen Wissenschaftler und Experten nun eine leicht erlernbare und neutrale Sprache zur Verständigung aller Menschen miteinander entwickeln. Vorgaben in Bezug auf die Erfindung neuer Schriftzeichen gibt es dabei keine, wichtig sind lediglich die schnelle und einfache Erlernbarkeit sowie die Neutralität der Sprache, wie die UN in einer ersten Erklärung mitteilte.

Mit der neuen Weltsprache soll die Vision einer friedlich und gerecht geordneten Weltgemeinschaft, dem Verständnis der Menschheit als einer großen Familie und Nation, bestehend aus vielen Völkern mit unterschiedlichen Kulturen sowie der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte als verbindlichem Wertefundament erreicht werden, wie es weiter heißt.

Ziel sei es, dass sich alle Menschen an jedem Ort der Welt verstehen, man sich orientieren oder auch leichter integrieren kann. So soll in Zukunft etwa Missverständnissen, Ausgrenzung und Vorurteilen vorgebeugt werden. Sprache dürfe nie wieder eine Barriere oder Ursache für Probleme zwischen einzelnen Personen, Gruppen oder Völkern sein, stattdessen müsse sie alle miteinander verbinden.

In Schulen, auf Straßen und den Ämtern

Die konstruierte Sprache soll künftig weltweit in jeder Region und Gemeinde, neben der traditionellen Regionalsprache, von der Grundschule an gelehrt werden, zweite Sprache bei Ämtern und Behörden sowie im öffentlichen Raum ausgeschildert sein. Global wird die neue Weltsprache zur alleinigen Amtssprache erhoben. 

Englisch, Spanisch, Mandarin oder andere nationale Sprachen wurden als Ergebnis imperialer und kolonialer Bemühungen als führende Weltsprachen abgelehnt.

Die globale Dominanz einer Nationalsprache würde dem Volk, dessen Sprache man zur Weltsprache ernennt, einen großen Vorteil bringen, »indem seine Bücher und Zeitungen überall gelesen, seine Mitteilungen, Kataloge […] überall verstanden werden würden, sodass kein anderes Volk […] bewusst einen solchen Schritt tun könnte. Mit der Sprache geht auch die Weltanschauung […] auf die anderen über, welche sich dieser Sprache bedienen«, wie der Philosoph Wilhelm Ostwald schon im Jahr 1910 auf die Folgen der globalen Dominanz einer Nationalsprache hinwies.

2 Kommentare

  • Die meisten Weltsprachen entstanden durch kriegerische Expansion von Staaten, in denen die entsprechende Sprache gesprochen wurde, und anschlie?

Schreibe einen Kommentar