Längst überfällig: Die Weltsprache kommt

Die Vereinten Nationen haben sich für die Einführung einer weltweiten Plansprache entschieden. Der Beschluss ist für alle Mitgliedsstaaten bindend.

Man stelle sich vor, alle Menschen sprechen eine Sprache. Ob im tiefsten Sibirien, in Dörfern der afrikanischen Steppe oder auf den kleinsten Inseln irgendwo im Pazifik, egal wo, man versteht sich. Und auch das Leben im öffentlichen Raum der größten Metropolen und Länder der Erde ist für jeden unmissverständlich klar. Diese Vision wird – ganz ohne Krieg und Unterwerfung – bald schon Realität, da die Vereinten Nationen, UN, auf ihrer letzten Vollversammlung in New York die verbindliche Einführung einer konstruierten Weltsprache, auch Welthilfssprache genannt, beschlossen haben.

Es sei albern und zeuge nicht gerade von zivilisatorischem Fortschritt, wenn sich die Menschheit im 21. Jahrhundert noch immer nicht auf eine verbindliche und neutrale Weltsprache einigen würde, meinte UN-Generalsekretär António Guterres. Auch der Papst zeigt sich erfreut, da die ganzen Feierlichkeiten im Vatikan dann zügiger abgehalten werden können, wenn man nicht permanent in zig Sprachen beten müsse. Vertreter muslimischer Verbände äußerten sich ähnlich, da ja nicht alle Arabisch könnten, so der Zentralrat der Muslime in Deutschland.

Entwicklung einer neuen Sprache

In einer internationalen Sprachkommission sollen Wissenschaftler und Experten nun eine leicht erlernbare und neutrale Sprache zur Verständigung aller Menschen miteinander entwickeln. Vorgaben in Bezug auf die Erfindung neuer Schriftzeichen gibt es dabei keine, wichtig sind lediglich die schnelle und einfache Erlernbarkeit sowie die Neutralität der Sprache, wie Vertreter der UN mitteilten.

Mit der neuen Weltsprache soll auch das Verständnis der Menschheit als eine große Familie, bestehend aus vielen Völkern mit unterschiedlichen Kulturen und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte als verbindlichem Wertefundament gefördert werden. Christine Haderthauer von der CSU stellte nach dem Beschluss auch umgehend klar: »Das Beherrschen der Plansprache ist eine Bürgerpflicht für jeden, auch in Bayern.«

Bereits in wenigen Jahren werden sich die Menschen an jedem beliebigen Ort der Welt leichter orientieren, integrieren oder unterhalten können. So möchte man Missverständnissen, Ausgrenzungen und Vorurteilen vorbeugen. »Sprache dürfe nie wieder eine Barriere oder Ursache für Probleme zwischen einzelnen Personen, Gruppen oder Völkern sein, stattdessen müsse sie alle miteinander verbinden«, kommentierte der UN-Sozialrat die Entscheidung.

In Schulen, auf Straßen, Ämtern und in Bayern

Die konstruierte Sprache soll künftig weltweit in jeder Region und Gemeinde, neben der traditionellen Regionalsprache, von der Grundschule an gelehrt werden, als zweite Sprache bei Ämtern und Behörden gelten sowie öffentlich ausgeschildert sein. Global wird die neue Weltsprache zur alleinigen Amtssprache erhoben.

Auf ältere Plansprachen wie Esperanto wollte man nicht zurückgreifen. Englisch, Spanisch, Mandarin oder andere nationale Sprachen wären als Ergebnis imperialer und kolonialer Bemühungen blutverschmiert und wurden als führende Weltsprache abgelehnt.

Die globale Dominanz einer Nationalsprache würde dem Volk, dessen Sprache man zur Weltsprache ernennt, einen großen Vorteil bringen, »indem seine Bücher und Zeitungen überall gelesen, seine Mitteilungen, Kataloge überall verstanden werden würden, sodass kein anderes Volk bewusst einen solchen Schritt tun könnte. Mit der Sprache geht auch die Weltanschauung auf die anderen über, welche sich dieser Sprache bedienen«, wie der Philosoph Wilhelm Ostwald schon im Jahr 1910 auf die Folgen der globalen Dominanz einer Nationalsprache hinwies. Diesem Grundsatz folgt die internationale Staatengemeinschaft nun mit etwas Verspätung.

Auch Haderthauers Parteikollege Edmund Stoiber zeigte sich in Sachen Sprachregelung für Deutschland erleichtert: »Dann hätte man für Deutschland eine Regelung, hätte keine regellose Regelung, und die Länder, die, die das nicht regeln wollen, die haben, haben dann eine Bundesregelung, und die Länder, die das regeln wollen, können dann das für sich regeln.«