Jetzt kommt die Helmpflicht im Freistaat

Demnächst tritt die Helmpflicht für Bayern in Kraft. Die neue Verordnung wurde auf Initiative von Ministerpräsident Markus Söder erlassen. Auch das Bayerische Gesundheitsministerium forderte den Schritt schon länger. Internationale Studien aus den USA oder China hätten eindeutig belegt, dass die Gefahr einer Kopfverletzung mit Helm deutlich geringer ist als ohne Helm. Man dürfe sich nicht nur auf die Gefahr durch Viren, speziell das Coronavirus und seine Mutationen fokussieren und anderen Alltagsrisiken außer Acht lassen.

Die Helmverordnung gilt in Bayern, so wie die Schnabelmaskenpflicht nicht nur im öffentlichen Nahverkehr oder beim Einkaufen, sondern auch in den Fußgängerzonen der Städte und Gemeinden. Gerade dort sei das Risiko eines unglücklichen Sturzes, etwa im Winter, bei Regen oder abruptem Abbremsen und Anfahren von Straßenbahnen, Bussen und S-Bahnen sowie von herabfallenden Gegenständen in der Nähe von Baustellen groß. Die Helmpflicht ist aber auch ein zusätzlicher Schutz der Fußgänger und Radfahrer im täglichen Kampf auf den Straßen, so die Bayerische Regierung. Söder selbst trägt einen weiß-blauen Stadthelm und einen olivgrünen Geländehelm. Der Ministerpräsident hatte sich den zu seinem Markenzeichen gewordenen weiß-blauen Nasen-Mund-Schutz zu Beginn der Corona-Krise als »Södermaske« patentieren lassen. Helm und Maske müssten nun in Kombination zum »neue Chic und Cool« werden, wie die Akademie der Naturforscher Leopoldina fordert.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geht sogar noch einen Schritt weiter. Er fordert neben einer deutschlandweiten Helm- und Maskenpflicht im öffentlichen Raum auch eine Handschuhpflicht. Durch die Maßnahmen würden künftige Pandemien verhindert, so Lauterbach. Alles andere sei extrem nachlässig und gefährlich. An der Helmpflicht kam Kritik auf, nachdem bekannt wurde, dass die Frau von Söder am Vertrieb von Sturzhelmen verdient. An den bayerischen Grenzen sollen demnächst kleine Helmshops für Einreisende errichtet werden.