Gericht knippst Bild die Lichter aus

Hinweis: Es handelt sich hierbei bedauerlicherweise noch um eine echte Falschmeldung!

Zahlreiche Presserügen blieben bislang wirkungslos. Nun wird der Bild-Zeitung der Betrieb juristisch endgültig untersagt. … (Wörter: 440)

Zahlreiche Presserügen blieben bislang wirkungslos. Nun wird der Bild-Zeitung der Betrieb juristisch endgültig untersagt.
Sie haben alle Instanzen verloren, die Vertreter des Axel-Springer-Verlags. Nachdem im Abschlussverfahren nun das Urteil gesprochen wurde, ist das Boulevardmedium Geschichte. Dabei sahen es die Richter als erwiesen an, dass das Blatt systematische Volksverhetzung und Kriegstreiberei ausübt. Mehrere Verbände und Organisationen sind gemeinsam gegen das »Organ der Niedertracht«, so die Kläger, vorgegangen.
Der seit 1952 im Axel-Springer-Verlag erscheinenden Boulevardzeitung wurde die Fortführung des Betriebs mit sofortiger Wirkung untersagt. Klagen gegen einzelne Verantwortliche sind noch nicht abgeschlossen.
Wozu Presserügen?
Mit ihrem Urteil wollen die Richter künftig für die Einhaltung grundlegender publizistischer Standards sorgen. Presserügen, laut Deutschem Presserat die »härteste Sanktion der Beschwerdeausschüsse«, haben keinerlei Konsequenzen für das gerügte Medium und führen, wie das Beispiel Bild belegt – das Blatt war in den vergangenen Jahrzehent unangefochtener Spitzenreiter in Sachen Presserügen – nicht zur Einhaltung des Pressekodex.
Die Richter argumentierten, dass politische Kampagnen, Vorverurteilungen und Hetze, ob gegen sozial schwache Gruppen, einzelne Personen, Ausländer oder ganze Volksgemeinschaften, auch in Verbindung mit Falschbehauptungen oder Verleumdungen in den schwerwiegendsten Fällen bewusst auf Eskalation zielen. Konkret handle es sich dabei etwa um die Aufforderung zur Selbstjustiz, zu Mord und Totschlag und um Agitation gegen das friedliche Miteinander von Völkern. Mit Journalismus und seiner überwachenden sowie aufklärenden Funktion wäre das nicht zu vereinbaren.
Kein journalistisches Produkt
Dabei hätte besonders die Bild-Zeitung über die Jahre regelmäßig und systematisch gegen entsprechende Standards verstoßen und bewiesen, dass man sich ohne jegliche Legitimation zum Ankläger und Richter aufspiele, anstatt sachlichen Journalismus zu betreiben. Medien seien weder Erfüllungsgehilfen des Staates, noch dürften sie die Demokratie untergraben und gefährden, wogegen sich der Rechtsstaat zur Wehr setzen müsse.
Die Kritik gegenüber dem Blatt ist beinahe so alt wie die Bild selber. Der Medienwissenschaftler Hans-Jürgen Arlt und der Publizist Wolfgang Storz kamen zu dem Entschluss, dass es sich bei der Bild-Zeitung um kein journalistisches Produkt handelt, denn dafür müsste das Blatt nicht nur journalistisch arbeiten, sondern überhaupt erst einmal den Vorsatz haben, die Leserschaft informieren zu wollen, was bei der Bild nicht der Fall wäre. Der fehlende Wahrheitsanspruch und die mangelnde Übereinstimmung mit der Realität wären die Säulen der Bild-Strategie. Nicht die Realität würde dargestellt, vielmehr wolle man die Wirklichkeit nach der eigenen Weltsicht formen und, sollte das nicht gelingen, eine Scheinrealität beschrieben werden. Was der Meinung widerstrebt, würde ignoriert. Der Liedermacher Konstantin Wecker attestierte dem Blatt etwa, »menschenverachtende Hetze« zu betreiben.
Die verkaufte Auflage der Bild-Zeitung war in den letzten 16 Jahren konstant rückläufig, trotzdem zählte das Medium noch zu den auflagenstärksten in Deutschland. Der Prozess wurde bis zuletzt von zahlreichen Protesten gegen das Blatt begleitet.
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