Genickbruch: MbS fiel saudumm vom Thron

Er war jung, noch nicht lange an der Macht, gefürchtet und soll für die eine oder andere politisch motivierte Entführung sowie diverse Auftragsmorde verantwortlich gewesen sein. Der faktisch regierende saudische Kronprinz Mohammed bin Salman, kurz MbS, schlief gestern völlig übermüdet nach einer exzessiven Partienacht auf seinem Thron ein und rutschte dabei so unglüchklich ab, dass er sich beim Aufprall auf dem Marmorboden seines Palastes das Genick brach. Für den jungen Mann kam jede Rettung zu spät. Der Regierungspalast in Riad dementierte umgehend aufkommende Gerüchte, dass der Sturz die Folge eines übermäßigen Drogen- und Alkoholkonsums des Autokraten gewesen sei.

Das Land hat innerhalb weniger Tage den zweiten Verlust an der politischen Spitze zu verkraften. Exakt eine Woche vor dem Thronunglück gab Riad den Tod von Premierminister Salman ibn Abd al-Aziz, dem Vater von MbS, bekannt. Zahlreiche Regierungschefs, darunter aus den USA, Deutschland, Israel, Großbritannien, Brasilien, Russland, China, Frankreich und der Türkei teilten bereits zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit ihre tiefe Anteilnahme für den gesamten Hofstaat und die hinterbliebenen Ehefrauen der Herrscher mit. Man wäre in Gedanken aber auch beim einfachen Volk und stehe in tiefer Verbundenheit fest an der Seite Riads. Um die Stabilität im ölreichen Wüstenstaat zu erhalten, sei man weiterhin »in sehr enger Abstimmung mit der saudischen Armeeführung«, wie es aus dem Hauptquartier der NATO heißt.

Saudi-Arabien steht nun ohne Autokraten da. In Riad und im ganzen Land kam es nach Bekanntwerden »des doppelten Unglücks«, wie die renommierte New York Times schrieb, »zu spontanen Demonstrationen des Mobs«, während ranghohe Generäle und Monarchen des Landes in den Medien anboten, kein Duell um die Nachfolge von MbS zu scheuen.