Genickbruch: MbS fiel blöd vom Thron

Er war jung, noch nicht sehr lange an der Macht, gefürchtet und in die eine oder andere politisch motivierte Schandtat verwickelt. Der faktisch regierende saudische Kronprinz Mohammed bin Salman, kurz MbS, stürzte gestern bei einem seiner Regierungsgeschäfte so unglücklich vom Thron, dass er sich beim Aufprall auf den harten Boden des neuen und mit Blattgold überzogenen Regierungspalastes in Riad das Genick brach. Der Autokrat war sofort tot. MbS wurde anschließend routinemäßig auf Coronaviren getestet. Der Schock für den Familienclan: Kronprinz bin Salman war positiv und geht nun offiziell als Corona-Toter in die Statistik ein.

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Zahlreiche Regierungschefs aus dem politischen Westen, darunter aus den USA, aus Deutschland und Israel, aus Großbritannien, Frankreich oder der Türkei, aber auch aus Russland und China, teilten dem saudischen Hofstaat sowie den hinterbliebenen Ehefrauen ihre tiefe Anteilnahme mit und betonten, dass der Unfall auch zeige, wie wichtig der globale Kampf gegen Corona ist. Der unerwartete Tod von bin Salman sei für die westliche Wertegemeinschaft ein großer Verlust und ein Rückschlag für die Frauenrechte auf der arabischen Halbinsel. In diesen Stunden stehe man bedingungslos an der Seite des Clans und seines saudischen Volkes.

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Um die Stabilität im Wüstenstaat und einen militärischen Sieg im Jemen-Krieg nicht zu gefährden, will die Nato ihre Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien umgehend weiter intensivieren, wie Generalsekretär Jens Stoltenberg in einer Presseerklärung sagte. Selbst eine Mitgliedschaft im transatlantischen Militärbündnis würde immer näher rücken.

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Das Staatsgebilde des Clans der Saud steht nun vorerst ohne Herrscher da. In Riad und im ganzen Land kam es zu spontanen Demonstrationen für mehr Demokratie. Nachdem der Einsatz von Tränengas gegen die Protestierenden wegen der Maskenpflicht bei Temperaturen von über 40 Grad Celsius in der Hauptstadt zunächst erfolglos blieb, wurden die Ansammlungen schließlich wegen Missachtung der Mindestabstände erfolgreich aufgelöst, wie der Regierungspalast zur aktuellen Lage im Land mitteilte. Des Weiteren verschob Riad eine geplante Massenhinrichtung politischer Aktivisten. Die Regierung ordnete für bin Salman einen Monat Staatstrauer im ganzen Land an. Erst danach sollen auch die Henker wieder antreten dürfen.