Fleisch und Leder ohne Blut und Tod

Hinweis: Es handelt sich hierbei bedauerlicherweise noch um eine echte Falschmeldung!

Die Zukunft hat begonnen. Ein Durchbruch in der Biotechnologie beendet massenhaftes Tierleiden. ... (Wörter: 738)

Die Zukunft hat begonnen. Ein Durchbruch in der Biotechnologie beendet massenhaftes Tierleiden.
Rosa Luxemburg beschrieb einst, wie Tiere beim Abladen still und erschöpft standen. Ein Tier, „welches blutete, schaute dabei vor sich hin mit einem Ausdruck in dem schwarzen Gesicht und den sanften schwarzen Augen wie ein verweintes Kind. Es war direkt der Ausdruck eines Kindes, das hart bestraft worden ist und nicht weiß wofür, und auch nicht weiß wie es der Qual und der rohen Gewalt entgehen soll.“ Szenen wie diese dürften der Vergangenheit angehören. Forschern ist nun die künstliche Aufzucht von Fleisch in Serie gelungen.
Natur stoppt grenzenloses Wachstum
Die Nachfrage für vegetarische und vegane Ernährung oder nach Kunstlederprodukten nahm in den letzten Jahren stark zu. Dabei mag mancher vom Fleischessen wohl weniger Abstand genommen haben, weil es sich um »Überbleibsel der größten Rohheit« handelt, wie Leo Tolstoi meinte, oder weil man von der Vorstellung geplagt wird, ein Tier könne im Jüngsten Gericht sitzen. Womöglich waren es auch gesundheitliche Bedenken, da die schnelle Aufzucht der Tiere mit Hormonen und Antibiotika Schäden für die Gesundheit, zu viel Fleisch gar Krebs, verursachen kann.
Ein gesamtgesellschaftliches Problem stellen dagegen natürliche Grenzen dar. Sind die USA Spitzenreiter beim Fleischkonsum, etwa 100.000 Rinder, werden in »Feedlots« auf einem Quadratkilometer zusammengepfercht, so verlangen immer mehr Menschen der anwachsenden Weltbevölkerung öfter nach Fleisch. China mit seinen 1,4 Milliarden Bürgern zum Beispiel.
Beutet Landwirtschaft schon in ungeeigneten Regionen Böden aus, die Fleischproduktion nimmt rund 70 Prozent der verfügbaren landwirtschaftlichen Fläche ein, so ist eine weitere Expansion kaum
vorstellbar. Würden alle Menschen den europäischen Fleischkonsum anstreben, so wären täglich 60.000 Hektar neues Farmland und bald mehr als eine Erde nötig. Berücksichtigt man den Ressourcenverbrauch für den westlichen Lebensstil, sind es dreieinhalb Erden. Da spielt es keine Rolle, dass eine glückliche »Weidekuh« im Vergleich zur »Industriekuh« bis zu zehn Mal mehr Fläche braucht. Und die Massentierhaltung nimmt noch 40 Prozent der weltweiten Ackerflächen für Futtermittel ein. Will sich die Europäische Union mit tiergerechter Weidehaltung versorgen, so müsste die komplette Landfläche in Weideland umgewandelt und noch ein Viertel des afrikanischen Kontinents übernommen werden.
Künstliches aber echtes Fleisch
Alternativen sind gefragt, will man den Verzehr von Fleisch nicht nach Cicero beschränken – »Ich bitte dich nicht, mich zu verschonen, wenn du in Not bist, sondern nur, wenn du frevelhafte Begierde hast. Töte mich, um zu essen, aber morde mich nicht, um besser zu essen!«.
Bereits in den 1990ern begannen Forscher mit der Züchtung von kultiviertem Fleisch, sogenanntem Fleisch aus dem Glas. Die Erzeugung basiert auf Methoden der Zellkultur, der künstlichen Herstellung biologischer Gewebe ohne Gentechnik. Dabei werden die Ausgangszellen dem jeweiligen Tier schmerzfrei via Biopsie entnommen. Mit etwas DNA, etwa einem kleinen Stück eines Muskels, kann Fleisch ohne Nebenwirkungen für Mensch, Tier und Natur reproduziert werden.
Die Technologie funktioniert auch mit menschlichem Gewebe. So sollen verlorene Gliedmaßen in einem beschleunigten Wachstumsprozess bald mit eigenem Gewebe gezüchtet und operativ angesetzt werden können.
Von der Einzel- bis zur Serienproduktion
Die Herstellung des ersten künstlichen Stücks Fleisch für den Verzehr kostete 325.000 Euro. Neue Verfahren drückten den Preis rasch auf 100 Euro pro Stück, dann pro Kilo. Nun präsentierten Forscher der Öffentlichkeit die ersten Maschinen für den industriellen sowie privaten Gebrauch. Nach Angaben der Wissenschaftler kann der weltweite Bedarf mit echtem, aber künstlich gezüchtetem Fleisch damit gedeckt werden.
Das Fleisch aus dem Glas, einer Art 3D-Gerät, gleicht in Geschmack und Struktur exakt jenem vom lebenden Tier. Dabei erzeugen kleine Apparate für den Hausgebrauch, bis hin zu großen Anlagen für die Massenproduktion Fleisch oder Leder per Knopfdruck. Als Knochenersatz dienen etwa Lotuswurzeln für die perfekte Illusion.
Versteckter Massenmord stirbt aus
Die Zeiten, in denen pro Jahr rund 300 Millionen Rinder, 4 Milliarden Schweine, 1 Milliarde Schafe und Ziegen, 5 Millionen Pferde, 2 Millionen Kamele, 3,5 Milliarden Enten und Puten oder 60 Milliarden Hühner plus aller Lebewesen aus dem Wasser auf die Schlachtbank gezerrt werden, scheinen vorbei. Für Schlachthöfe dürfte dann Umrüstung oder Feierabend anstehen, während Kleinbauern oder von der Jagd Abhängige nur noch Strom für die Geräte zur Reproduktion von Tierprodukten benötigen.
Aber nicht nur Tiere können aufatmen, auch die Natur wird nicht weiter geschunden. Und der Satz des Pythagoras – »Wer mit dem Messer die Kehle eines Rindes durchtrennt und beim Brüllen der Angst taub bleibt, wer kaltblütig das schreiende Böcklein abzuschlachten vermag und den Vogel verspeist, dem er selber das Futter gereicht hat, wie weit ist ein solcher noch vom Verbrechen entfernt?« – verliert an Bedeutung.
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