Auf gute Nachbarschaft: USA beenden Kubablockade

Hinweis: Es handelt sich hierbei bedauerlicherweise noch um eine echte Falschmeldung!

Die US-Regierung begräbt ihr Kriegsbeil mit Kuba. Einer guten Partnerschaft sollte nichts mehr im Weg stehen. … (Wörter: 516) 

Die US-Regierung begräbt ihr Kriegsbeil mit Kuba. Einer guten Partnerschaft sollte nichts mehr im Weg stehen.
Nach über einem halben Jahrhundert beendet Washington das einseitig verhängte Embargo gegen den Karibikstaat. In den vergangenen Jahren sind sich die Regierungen beider Länder wirtschaftlich und diplomatisch nähergekommen.
So wurden etwa Botschaften wieder eröffnet, Kuba erlaubte einigen US-Unternehmen auf der Insel zu investieren, der direkte Linienflugverkehr zwischen beiden Staaten wurde aufgenommen und einige kubanische Betriebe durften in die USA importieren.
Zarte Annäherung
Trotzdem blieben die Sanktionen, die 1960 von den USA eingeführt wurden, noch bestehen. Havanna erklärte mehrmals, dass das Embargo das größte Hindernis für den wirtschaftlichen Fortschritt des Inselstaates und eine weitere Annäherung zu den USA darstellen würde.
Nach wie vor galten etwa höchste Zolltarife für Produkte aus Kuba. US-Finanzdienstleister sperrten internationale Transaktionen, wie für Kulturveranstaltungen oder Studienreisen, mit Verweis auf US-Sanktionsgesetze gegen die Insel. International tätige Unternehmen wurden noch immer eingeschüchtert und mit Strafzahlungen sanktioniert, sollten sie Handel mit dem Karibikstaat betreiben.
Dabei hatte sich die Blockade schon längst als Fiasko erwiesen. Sogar Obama sprach sich während seiner Amtszeit mehrmals für ein komplettes Ende der Sanktionen aus. Auch die Afrikanische Union forderte das Aus der Blockade und die Europäische Union unterzeichnete ein Kooperationsabkommen mit Kuba, um die Beziehungen zu normalisieren, was von Havanna begrüßt wurde, da das Embargo »eine unzumutbare Einmischung in Kubas Innenpolitik« darstelle.
Es begann mit einem Handschlag
Die kubanische Regierung bekundete unterdessen mehrmals die Beziehungen zu den USA auf Basis einer »zivilisierten Koexistenz« aufbauen zu wollen, ohne dabei die Prinzipien der Revolution oder die eigene Souveränität aufzugeben. Beide Staaten würden davon profitieren, hieß es aus Havanna. Es ginge darum endlich eine gute Nachbarschaft zu realisieren, sowie die Unterschiede zu akzeptieren und zu respektieren. Nicht die Differenzen sollten im Fokus stehen, sondern »was uns näher bringt«, wie es etwa Raúl Castro formulierte.
So war es dann auch ein Handschlag zwischen Barack Obama und Raúl Castro im Jahr 2013 in Südafrika, der die Annäherung ins Rollen brachte. Im März 2015 stattete Obama der Karibikinsel – 88 Jahre ließ sich kein amtierender US-Präsident mehr auf Kuba blicken – dann einen Besuch ab. Zu einem Treffen mit dem ehemaligen kubanischen Präsidenten und Revolutionsführer Fidel Castro, dem älteren Bruder von Raúl, kam es aber nicht.
Mit Vorsicht zu genießen
Nach kubanischen Angaben wurde Fidel Ziel von 638 gescheiterten Mordanschlägen, die hauptsächlich von US-Geheimdiensten geplant und ausgeführt wurden. Castro stand einer Annäherung durch Washington bis zuletzt skeptisch gegenüber. Schließlich gingen die USA über viele Jahrzehnte in ganz Lateinamerika interventionistisch vor. So wurde nicht nur in Kuba, sondern auch in Grenada, Panama, Haiti, Nicaragua, Guatemala oder der Dominikanischen Republik militärisch eingegriffen oder mithilfe ziviler Organisationen, in Ländern wie Venezuela, Chile oder Honduras geputscht und Anti-Regierungsbewegungen, wie in Argentinien, Ecuador, Bolivien oder Salvador unterstützt. Auch die Vereinten Nationen, zuletzt 191 von 193 Nationen, verurteilten das US-Vorgehen gegen Kuba mehrmals.
Mittlerweile hat man aber selbst in Washington, auch in den USA wurden Stimmen gegen die Blockade lauter, endgültig erkannt, dass das Embargo nicht nur unrecht war, sondern auch komplett gescheitert ist und eine gute Nachbarschaft die deutlich bessere Alternative ist.
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