Adieu: Der Adelsstand wird aufgehoben

Hinweis: Es handelt sich hierbei bedauerlicherweise noch um eine echte Falschmeldung!

In vielen Teilen Europas gibt es ihn schon längst nicht mehr. Jetzt wird der Adel per Gesetz in allen Ländern der Europäischen Union aufgehoben und verboten. … (Wörter: 588)

In vielen Teilen Europas gibt es ihn schon längst nicht mehr. Jetzt wird der Adel per Gesetz in allen Ländern der Europäischen Union aufgehoben und verboten.
Die Europäische Union (EU) macht, wenn es um den ersten Artikel der Allgemeine Erklärung der Menschenrechte geht, »Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren«, Nägel mit Köpfen. Auch in den letzten west- und nordeuropäischen Ländern, in denen es noch sozial exklusive Gruppen mit gesellschaftlichem Vorrang gibt, wird der Adel per Gesetz abgeschafft. Ein entsprechender Antrag wurde mit deutlicher Mehrheit angenommen. Die EU stärkt damit ihre demokratischen Strukturen.
Auch das »von« und »zu« fällt weg
Der EU-Entwurf orientiert sich an einem alten Gesetz, dem sogenannten Adelsaufhebungsgesetz aus dem Jahr 1919, einem österreichischen Verfassungsgesetz, nachdem das Führen von Adelszeichen, Prädikaten, adeliger Beinamen und Standesbezeichnungen sowie von Wappennamen, Familienwappen, mit einem Adelsvorzug verbundener und diverser Titel oder Würden per Gesetz aufgehoben wurde. Der Gebrauch und die Ausführung der verbotenen Bezeichnungen, etwa in der Öffentlichkeit oder im amtlichen und gesellschaftlichen Schriftverkehr, stehen dabei unter Strafe. Gleiches gilt für ausländische Titel.
In vielen europäischen Ländern, besonders in Süd- und Osteuropa oder in Frankreich wurde der Adel durch die Aufklärung und Entwicklung, hin zu Republiken, durch demokratische, sozialistische und kommunistische Veränderungen, schon vor dem Zweiten Weltkrieg abgeschafft. Auch in Russland oder China gibt es keinen sogenannten Adel mehr.
Besserstellung ohne demokratische Legitimation
Europäische Staaten, in denen es noch aristokratische Bezeichnungen, wie in Deutschland oder darüber hinaus Standesunterschiede und Vorzüge, um etwa als Repräsentant an der Spitze eines Staates zu stehen, gibt, wie in Spanien, den Beneluxstaaten oder in Großbritannien und Skandinavien, gar mit politischem Mitspracherecht, wird der gesamte Adelsstand sowie sämtliche Privilegien durch das neue EU-Gesetz abgeschafft und die Weiterführung ebenfalls strafbar.
Dabei steht die Aristokratie nicht nur im Widerspruch zur Demokratie, der Herrschaft des Volkes. Auch der Gleichheitsgrundsatz der Menschenrechte wird verletzt, indem sich die Gruppe des Adels eigenmächtig und von Geburt an, durch Titel, bestimmte Ehren, Ämter, Ränge und Stellungen über alle anderen Menschen erhebt und als wertvoller, als von besonderer Bedeutung erachtet. Deutlich wird dies durch alberne und teilweise noch immer gängige Anreden wie »Hoheit« oder »Majestät«. Der Adel stellt in einigen Ländern bis heute eine geschlossene soziale Schicht mit einem Standesethos dar und ist überdurchschnittlich häufig in Führungspositionen und hohen Ämtern vertreten.
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit
Zurückzuführen ist die Existenz, gar der Herrschaftsanspruch des Adels, der sich als edles Geschlecht versteht, unter anderem auf die Abstammung, die Erziehung sowie eine rein fiktive, schlicht unterstellte göttliche Absicht. So hat sich der Adel seine Herrschaft, Stellung, seine Vorzüge und seinen Reichtum über Jahrhunderte meist mit dem Schwert geraubt und gesichert.
War der Bürger, der Untertan, solange er nicht gegen die Herrschaft der Monarchen rebellierte, seinem ihm vorgesetzten Herrn zu Gehorsam und Dienstbarkeit verpflichtet, so hat sich die Aristokratie bis heute mancherorts doch besonders durch die Blödsinnigkeit seiner Bewunderer gehalten, da diese, frei nach Georg Christoph Lichtenberg, auch immer zum Ruhm bestimmter Menschen gehöre.
Schien die Idee von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit der Französischen Revolution bei einigen Menschen von untertäniger Gesinnung und serviler Ergebenheit noch nicht angekommen, so hilft das neue EU-Gesetz dem Selbstwertgefühl manch bis zuletzt treuem Untertan auf die Beine.
Jeder ist ein König
Durch die EU-weite Abschaffung der Aristokratie werden auch die letzten Privilegierten zu dem, was sie schon immer waren, zu gewöhnlichen Menschen. Dabei steht auch der europäische Restadel künftig von Geburt an auf der einen Stufe mit allen anderen Bürgern. Oder, um es anders auszudrücken, wird durch das neue Gesetz ein jeder zum König.
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