9/11 kommt in Revision

Die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA haben die Welt verändert. Die Drahtzieher der Terrorattacken wurden bis heute nicht ermittelt. Per Gerichtsbeschluss soll der Fall nun neu aufgerollt werden.

Ein Zusammenschluss von Verbänden und Initiativen aus Experten, Wissenschaftlern, Opfern, Zeugen, Bürgerrechtlern und US-Senatoren hat erneut gegen die US-Regierung geklagt, um eine bedingungslose und umfassende Aufklärung eines der größten Verbrechen des 21. Jahrhunderts in seiner ganzen Komplexität zu erlangen. Diesmal mit Erfolg. Die Ereignisse müssen durch eine unabhängige Untersuchungskommission mit internationaler Beteiligung grundlegend und ohne Vorbehalte neu ermittelt werden, wie der Oberste US-Gerichtshof jüngst entschied.

Die Attacken vom 11. September 2001 in den USA, auch unter Nine-Eleven oder 9/11 bekannt, waren Ausgangspunkt für den sogenannten »Krieg gegen den Terror«, in dessen Folge US-geführte Koalitionen in Afghanistan oder dem Irak eingefallen sind, die Bürgerrechte weltweit beschnitten, Massenüberwachung massiv ausgeweitet und zahlreiche Drohnenmorde anZivilistendurchgeführt wurden. Dabei sind alleine im Irak über eine Million Menschen zu Tode gekommen sowie neue Flüchtlingsströme oder auch der Islamische Staat entstanden.

Weltweite Skepsis

Dem Bemühen um eine umfassende Aufklärung der Anschläge und deren Hintermänner waren in den letzten Jahren mehrere vergebliche Anläufe von Kritikern der offiziellen Verschwörungstheorie vorausgegangen. Auf internationaler Ebene, wie von Regierungsvertretern aus Asien und Südamerika oder auch diverser Organisationen und Initiativen, wurden immer wieder neue Ermittlungen gefordert. Der stärkste Widerstand von Skeptikern kam allerdings aus den USA selbst. Dort unterzeichneten Millionen Bürger eine Onlinepetition, um die Terroranschläge von unabhängigen Stellen neu untersuchen zu lassen.

Umfragen zufolge soll, trotz jahrelang einseitiger Berichterstattung, jeder zweite US-Bürger an der Version der US-Regierung von mit Teppichmessern bewaffneter Terroristen zweifeln. Diese sollen für den Einschlag zweier entführter Passagierflugzeuge in die beiden Zwillingstürme des World Trade Centers, WTC, sowie einer Maschine in das Pentagon und den Absturz einer vierten Maschine verantwortlich sein. Viele Kritiker und Augenzeugen gehen allerdings davon aus, dass die Zusammenbrüche der drei WTC-Türme durch Sprengungen verursacht wurden. Besonders der Einsturz von WTC 7, dem dritten Gebäude, in das kein Flugzeug einschlug sowie die Tatsache, dass Osama bin Laden vom FBI offiziell nicht wegen 9/11 gesucht wurde und auch keine unabhängige Stelle seinen Tod bestätigen konnte, sorgen bis heute für erhebliche Skepsis.

Heikle Details

Brisant in Zusammenhang mit WTC 7 ist auch ein von BBC am 11. September 2001 ausgestrahlter Bericht über den Kollaps des Gebäudes, obwohl dieses im Hintergrund der Liveschaltung noch stand. Auch ein Telefonmitschnitt, in dem der Eigentümer des Gebäudes, Larry Silverstein, fordert, das Hochhaus herunterzureißen, wirft Fragen auf. Im »9/11 Comission Report« der US-Regierung fand der Einsturz von WTC 7 keine Beachtung. In dem Gebäude, das nach offizieller Lesart aufgrund von Feuer eingestürzt sein soll, waren unter anderem das »Department of Defense« (DOD), die »Central Intelligence Agency« (CIA), das »Office of Emergency Management« (OEM) oder auch der »U.S. Secret Service« untergebracht. Die New York Times bezeichnete den Kollaps von WTC 7 in einem Artikel vom März 2002 als eines der Mysterien um die Ereignisse von Nine-Eleven, denn noch nie zuvor sei ein modernes Stahlgebäude nur wegen Feuer eingestürzt.

Seit den 9/11-Anschlägen verlor die US-Regierung durch eine bewusste Irreführung der Weltöffentlichkeit, etwa wegen der Lüge über Massenvernichtungswaffen im Irak, den Enthüllungen des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden über die globale Bespitzelung von Bürgern und Regierungen oder wegen bekannt gewordener US-Unterstützung von Dschihadisten, weltweit an Glaubwürdigkeit.

Licht ins Dunkle

Die unabhängige Untersuchungskommission soll nun alle offenen Fragen und Widersprüche zu den Terroranschlägen bedingungslos aufklären. Auch die Rolle der US-Regierung unter George W. Bush oder mögliche Verwicklungen des saudischen Königshauses sowie diverser Privatpersonen dürften vorbehaltlos überprüft werden. In diesem Zusammenhang wurde auch die Freigabe sämtlicher Dokumente zu Finanzmarktaktivitäten rund um 9/11 angeordnet.

Mit dem Beschluss des höchsten US-Gerichts stehen die Chancen gut, dass die Hintermänner und Finanziers der Anschläge vom 11. September 2001 ermittelt und noch zu Lebzeiten zur Rechenschaft gezogen werden können.

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